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St.-Agatha-Kirche

St.-Agatha-Platz im Ortsteil Alverskirchen

St. Agatha Kirche

Die Kirche bestand schon zur Zeit des ersten Fürstbischofs von Münster, also vor 1203. Sie ist der heiligen Agatha geweiht, der Beschützerin vor Feuersnot.
Als erster Patron der Kirche wird 1613 der heilige Johannes genannt. Allerdings scheint es, dass der heiligen Agatha nach drei vernichtenden Brandkatastrophen, von denen das Dorf heimgesucht wurde, zunehmende Verehrung zuteil geworden zu sein scheint, bis sie schließlich den Platz einer "Patrona primaria" einnahm.

Der heutige Kirchturm stammt noch aus der Gründungszeit des Gotteshauses. Seinen wehrhaften Charakter verdankt der massige, im romanischen Stil errichtete Bau auch der Tatsache, dass die Eingangstür sehr klein ist und nur wenige Fenster vorhanden sind. Seine heutige Breite erhielt er allerdings erst 1703. 1957 wurde er außerdem um 1,20 m erhöht. Im Glockenturm befinden sich neben zwei Glocken aus diesem Jahrhundert noch eine es-Glocke von Walter Westerhus aus dem Jahr 1513. Als Alverskirchen 1544 von den Wiedertäufern angezündet wurde, ging auch das Kirchenschiff in Flammen auf, nur der romanische Turm überstand die Katastrophe. Zwischen 1545 und 1547 wurde ihm ein gotisches Langhaus angefügt.

Das Wappen der von Höfflinger
Das Wappen der von Höfflinger

Auf der Nordseite gab es einen zusätzlichen Eingang, der inzwischen zugemauert ist. Dies war die sogenannte ”Brauttür”, weil Brautpaare durch diese Tür am Hochzeitstag die Kirche betraten. Auf einen weiteren Zugang weisen Spuren im Mauerwerk der Südwand hin. Bis ins vorletzte Jahrhundert gab es hier eine Tür, die auschließlich den Besitzern des Gutes Brückhausen vorbehalten war. Die Bedeutung des Hauses Brückhausen für Alverskirchen wird auch noch an anderer Stelle sinnfällig. Die Wappen des letzten Besitzers aus der Familie der Höfflinger und seiner Frau sind im rechten Fenster des Kirchenchores zu sehen. Der Grabstein dieser beiden musste bei der Neugestaltung des Kirchplatzes Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts entfernt werden, woraufhin der heutige Besitzer von Brückhausen eine Gedenkplatte in die Kirchenwand neben der Sakristeitür einsetzen ließ.

Die Innenausstattung der Kirche wandelte sich mit dem jeweiligen Zeitgeschmack. Zunächst musste die barocke Einrichtung einer neugotischen Platz machen, die dann ihrerseits weichen musste, als die Liturgiereform Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine eher nüchterne Gestaltung der Kirchenräume nahelegte. Heute steht der hohe neugotische Altar aus Eichenholz wieder an seinem angestammten Platz. Er wurde 1774 von Meister Schrader aus Sendenhorst angefertigt.

Zu den ältesten Einrichtungsgegenständen des Gotteshauses gehört das spätgotische Chorgestühl, das vermutlich in den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Brand von 1544 entstanden ist. In den Füllungen der Rückwände findet man die geschnitzten Wappen zweier Geschlechter aus dem Münsterland des 16. Jhs. In welcher Beziehung sie zur Kirche von Alverskirchen standen, konnte bislang jedoch noch nicht geklärt werden. 1965 entfernte man die teilweise schadhaften Baldachine mit ihren Türmchen und den geschnitzten Zwischenstücken. Bislang wurden sie nicht wieder angebracht, sodass sich das Gestühl heute unvollständig präsentiert.

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Im Chorraum der Kirche ist eine Eichenholzskulptur zu sehen, die vermutlich aus der Zeit um 1450 stammt. Es handelte sich dabei um den hl. Antonius, den sogenannten "Swienetöns". 1981 stieß man bei den Einbauarbeiten eines neuen Sakramentshäuschens im Mauerwerk auf einen Hohlraum, in dem die durch Wurmfraß und Fäulnis stark beschädigte Holzplastik gefunden wurde. Gründlich restauriert wurde sie 1987 wieder aufgestellt. Die nördliche Türöffnung, die sogenannte "Brauttür", wurde im Rahmen der ausgedehnten Renovierung Anfang der 80er Jahre im letzten Jahrhundert zugemauert. Zum Innenraum hin entstand so eine Nische, die der Everswinkeler Künstler Albert Reinker mit Taufsymbolik ausmalte und vor der der neugotische Taufstein seinen Platz fand. Zur gleichen Zeit wurde die ehemalige Tabernakelnische an der Nordwand mit einem Gitter geschlossen und als Aufbewahrungsort für das aus Bronze gearbeitete romanische Rauchfaß gewählt. Das genaue Alter des Rauchfasses ist allerdings nicht bekannt.

Die Schatzkammer der St. Agatha-Kirche

Schatzkammer

Im September 2012 wurde die Schatzkammer in der Nordturmkapelle der St. Agatha-Kirche in Alverskirchen eröffnet. Die Idee hierzu entstand anlässlich der 800-Jahre-Feier der St. Agatha-Kirche im Jahr 2002.

In der einzigartigen Schatzkammer findet man nun bedeutsame kirchliche Kostbarkeiten wie Kelche, Monstranzen, liturgische Gewänder, Weihrauchfässer, Kerzenständer und Heiligen- und Krippenfiguren. Sie alle stammen aus über 800 Jahren Alverskirchener Glaubensgeschichte und Tradition.

Durch die große Spendenbereitschaft und Unterstützung Vieler konnten die historischen Kultgegenstände restauriert und ausgestellt werden. Die Schatzkammer ist für Besucher nach Absprache zugänglich. Interessierte wenden sich an das Pfarrbüro.

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