Frau Dinter vom Planungsbüro Tischmann Loh erläutert anhand einer Präsentation die Änderungen des Regionalplans Münsterland und das Konzept zur Neufestlegung des allgemeinen Siedlungsbereiches in Alverskirchen (Anlage 1).

 

Ratsmitglied Heumann sagt, sie hätte es gerne gesehen, dass Everswinkel und Alverskirchen etwas näher zusammenwachsen und sich aufeinander zubewegen würden.

 

Bürgermeister Seidel erklärt, dass zwischen den beiden Ortsteilen zum Teil Bereich zur landschaftsorientierten Erholung dargestellt sei. Deshalb sei das leider nicht möglich.

 

Frau Dinter sagt, dass konfliktfähige Bereiche, wie z.B. Wald oder geschützte Landschaftsbereiche raus gefallen seien, diese müsse man schonen und dürften nicht überplant werden.

 

Ratsmitglied Schoppmann sagt, dass die geplanten 35 ha (Wohnen und Gewerbe) reichlich viel seien. Er würde sich bei dem Beschluss enthalten. Everswinkel sei zu schön, um es zuzubetonieren.

 

Ratsmitglied Folker begrüßt die Änderung des Regionalplans. Natürlich müsse man Rücksicht auf die freie Landschaft nehmen und alles bewusst angehen. Die Bezirksregierung habe mehrere Räume gesucht und auch passende gefunden. Es sei besser, mehrere Flächen als nur eine zur Verfügung zu haben. Die 10 ha werde man zwischen den beiden Ortsteilen aufteilen, wobei der Fokus auf Everswinkel liege. Er begrüßt es sehr, dass Alverskirchen zum allgemeinen Siedlungsbereich werde. Dadurch bräuchte man bei der Planung weiterer Bauflächen weniger Gutachten und die Grundstücke würden günstiger werden. Die CDU-Fraktion begrüße ebenso die Stellungnahme und hoffe auf baldige Umsetzung.

 

Ratsmitglied Schniggendiller sagt, dass sie die Entscheidungen bereits im Bezirksausschuss kundgetan habe und mit den Beschlüssen so nicht zurechtkomme. Durch die Änderung des Regionalplans gehe auch ein Stück Heimat verloren.

 

Ratsmitglied Heumann gibt an, dass Potentialflächen bevorratet werden sollten. Der Zeitraum bis 2045 sei sehr lang. Durch Zuwanderer steige der Wohnbedarf stetig an. Die Gemeinde sei mit den Flächen immer sehr bedarfsgerecht umgegangen. Die FDP-Fraktion werde den Beschlüssen folgen.

 

Ratsmitglied Dr. Hamann unterstützt die Umwandlung des allgemeinen Siedlungsbereiches in Alverskirchen. Allerdings sei die Schaffung von Wohnraum für die JVA-Mitarbeiter nicht Aufgabe der Gemeinde Everswinkel. Wenn Everswinkel die fehlende Infrastruktur von Alverskirchen abdecken sollte, würde folglich auch die Mobilität in Everswinkel steigen. In einem der letzten Ausschüsse habe man entschieden, 30 % der Parkplätze im Ortskern für die Attraktivierung des Ortskerns zur Verfügung zu stellen. Dem hier vorgelegten Gesamtkonzept werde die SPD-Fraktion so nicht zustimmen. Es sei davon auszugehen, dass die Infrastruktur zur Versorgung mit Wasser und Strom in Alverskirchen ausreichend sei, jedoch gebe es beim Abwasser wahrscheinlich Probleme. Die dann entstehenden Kosten würden auf die Gesamtkommune fallen.

 

Frau Dinter stellt klar, dass der Wohnraumbedarf der JVA nur ein Aspekt, aber kein Grund für die Umwandlung des allgemeinen Siedlungsbereiches sei. Bei den Bedarfsflächen gelte Everswinkel als zentraler allgemeiner Siedlungsbereich (zASB) und habe Vorrang. Das werde auch durch die Bezirksregierung kontrolliert. Das Konzept beinhalte den heutigen Stand, indem weitere Lücken gefüllt werden könnten. Eine Option wäre eventuell ein Nachbarschaftsladen oder ein Bäckerwagen. Die Bedarfe müsse man abfragen. Man gehe jedenfalls sparsam mit den Flächen um.

 

Bürgermeister Seidel verdeutlicht, dass Zuzüge der Gemeinde immer gutgetan hätten. Er wolle das Einfamilienhaus nicht wegdenken, aber man solle mit den Flächen maßvoll umgehen. Der Königskamp sei eine gute „Mischung“ an Grundstücken. Vereinzelt gebe  es Nachverdichtungen, aber der Druck auf dem Wohnungsmarkt sei da.

 

Stellvertretender Vorsitzender Gerbermann fasst zusammen. Die FDP-Fraktion möchte eine maßvolle Weiterentwicklung, die landwirtschaftlichen Nutzflächen seien nicht vermehrbar, es gehe um die Erhaltung der Infrastruktur. In Alverskirchen sei man in die Planung eines neuen Feuerwehrgerätehauses eingestiegen. Die Bevölkerung werde immer älter, und auch die Feuerwehr brauche Nachwuchs. Die SPD-Fraktion habe Sorge, dass die Mobilität in Everswinkel stark wachse und die Parkmöglichkeiten aufgrund des 30-prozentigen Wegfalls fehlen würden. 

 

Ratsmitglied Dr. Hamann erwähnt, dass die Alverskirchener Bürger für die Dinge des täglichen Bedarfs (Ärzte, Apotheke) nach Everswinkel kommen müssten. Dadurch erhöhe sich schließlich der Verkehr in Everswinkel. Für ein Lebensmittelgeschäft in Alverskirchen sei ein erheblicher Zuwachs nötig. Das sehe er bis 2045 nicht. Den preiswerten ÖPNV hätte man auch nicht erhalten können. 

 

Herr Reher hat einen Hinweis zum dritten Beschluss der Vorlage. Der Beschlussvorschlag müsse ergänzt werden, da nicht sicherzustellen sei, dass der Beschluss, so wie er jetzt verfasst worden sei, in allen 12 Kommunen unverändert beschlossen werde. Diese Änderung werde als Beschlussvorschlag an den Gemeinderat gegeben.

 

Da sich keine weiteren Wortmeldungen mehr ergeben, ergeht auf Vorschlag des stellvertretenden Vorsitzenden Gerbermann folgender